Psychische Faktoren bei Fibromyalgie nicht entscheidend

Die Chinesische Medizin sieht die Hauptursache für Fibromyalgie (FMS) im steckengebliebenen Infekt, also in einer Immunregulationsstörung. Daher treten psychische Faktoren für die alternative Medizin eher in den Hintergrund. Damit steht sie eher im Gegensatz zur schulmedizinischen Sicht.

Nicht wenige Schulmediziner leiten Fibromyalgie-Patienten aufgrund fehlender diagnostischer Möglichkeiten und ausbleibender Behandlungserfolge häufig an Psychiater weiter und stufen Ursachen als „psychosomatisch“ bedingt ein. Psychische Krankheitsfaktoren schließt die Chinesische Medizin zwar nicht aus, sie betrachtet Fibromyalgie aber primär als somatische, also körperliche, Störung. Dennoch gibt es auch zwei psychische Aspekte die betrachtet werden sollten, wenn man den Ursachen der Fibromyalgie auf den Grund gehen will.

Einerseits begünstigen psychische Belastungen die Entwicklung von immunlogischen Reaktionsstörungen. Andererseits verlangt die Fibromyalgie aufgrund der vielfältigen Symptome und der Wechselhaftigkeit der Beschwerden vom Betroffenen eine hohe psychische Verarbeitungsfähigkeit. Mit den ständigen Versagenserfahrungen umzugehen und der oftmals verzweifelte Kampf um die soziale und medizinische Anerkennung der Fibromyalgie kann zur völligen Erschöpfung und damit auch zu depressiven Reaktionen führen.

Für die Chinesische Medizin als ganzheitliche Heilmethode ist die Frage, ob seelische oder körperliche Belastungen die Fibromyalgie verursachen, letztendlich aber nebensächlich. Der Therapeut sieht ohnehin oft einen Zusammenhang. Für die Chinesische Medizin gibt es per se keinen Grund anzunehmen, das gestörte, körperliche Funktionen sich immer mit Apparaten oder Labortests nachweisen lassen. Ebenso ist es umgekehrt unsinnig zu meinen, eine psychische Störung dürfe sich nicht in veränderten Laborwerten widerspiegeln.


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