Februar 2017 | Erfahrung FibromyalgieFibromyalgie

Esther Kasimir selbständige IT, Jahrgang 1981

Jahrelang litt Esther Kasimir unter chronischen Muskelschmerzen. Heute ist sie gesund. Ihr half eine Kombination aus der Körpertherapie Psychotonik und chinesischer Medizin.

Seit frühester Kindheit ist Bergwandern Esther Kasimirs große Leidenschaft. Dass sie heute wieder klettern kann, erscheint der 25-jährigen Ludwigshafenerin wie ein kleines Wunder. Denn sie litt lange an einer rätselhaften Krankheit. „Als Achtjährige tat mir plötzlich das rechte Handgelenk so weh, dass ich kaum schreiben konnte“, schildert sie. „Kein Arzt fand die Ursache.“ Im Lauf der Jahre erfasste der Schmerz nach und nach Esthers gesamten Körper. In der Schule war sie oft unkonzentriert, fühlte sich ständig müde und erschöpft. Mit 16 kam sie unter Rheumaverdacht in eine Spezialklinik. Dort hörte sie zum ersten Mal das Wort Fibromyalgie: chronische Muskel- und Sehnenschmerzen ohne organische Ursache. „Endlich hatte das Übel einen Namen“, sagt sie, „und ich wusste, dass ich mir nichts einbilde.“
Keine der üblichen Therapien von Krankengymnastik über medizinische Bäder bis Elektrostimulation schlug bei Esther an. Zu allem Überfluss konnte sie nach einem eigentlich harmlosen Sturz auf die Hüfte nur noch an Krücken laufen. „Ich hatte Schmerzen ohne Ende“, erinnert sie sich. „Das Leben machte mir überhaupt keinen Spaß mehr“.

Ein Heilpraktiker riet der jungen Frau schließlich, es mit Traditioneller Chinesischer Medizin zu versuchen. Im Internet stieß sie auf die TCM-Klinik am Steigerwald in Gerolzhofen. „Ich bestellte Infomaterial und fühlte gleich: Da bin ich richtig!“ Esther erfuhr, dass ihre Krankheit nach Auffassung der TCM auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems beruht. „Hinter einer geschwächten Abwehr können ungelöste seelische Konflikte stehen“, erläutert der Therapeut Michael Brehm. So war es vermutlich auch bei Esther. Als sie vier Jahre alt war, bekam ihr Vater Epilepsie. „Meine Mutter musste sich viel um ihn kümmern“, erzählt sie. „Da wollte ich durch meine Schmerzen wohl unbewusst mehr Aufmerksamkeit erlangen“.

In der Klinik behandelte man sie mit einer Kombination aus chinesischer Kräutertherapie, Akupunktur und verschiedenen Körpertherapien. Mehrmals täglich musste sie so genannte Dekokte trinken. Abkochungen aus bestimmten Pflanzen. Als Beispiel nennt Michael Brehm die Wurzel des Tongking-Schnurbaums. „Sie mobilisiert die Ausleitung entzündlicher Gewebsschlacken“, erklärt er. „Wichtig ist auch die Sibirische Spitzklettenfrucht, die rheumatische Stauungen löst.“ Und der Geschmack? „Grauenvoll!“ lacht Esther. „Aber für meine Gesundheit nahm ich das doch gern in Kauf.“ Als besonders wohltuend empfand sie die so genannte Psychotonik. Diese Atem- und Bewegungstherapie orientiert sich an den Energieleitbahnen (Meridianen) des Körpers. Durch streichende Berührung und gemeinsame Bewegung beeinflusst der Therapeut die Atembewegung des Patienten und löst Spannungen, die durch Fehlatmung entstehen. Brehm: „Die Psychotonik wirkt auf Körper und Seele, beruhigt den Patienten und macht ihn gelassener.“

Esther Kasimir kann das nur bestätigen. „Ich legte mich entspannt hin und Herr Brehm strich sanft über meine Schultern, Handgelenke, Hüften und Beine, eben überall dort, wo ich Schmerzen hatte“, beschreibt sie. „Das war unglaublich angenehm. Ich fühlte mich total geborgen und merkte, wie sich meine inneren Blockaden lösten. Nach jeder Sitzung ging es mir besser. Die Schmerzen ebbten langsam ab und meine Beweglichkeit kehrte zurück.“ Als sie die Klinik verließ, konnte Esther wieder ohne Hilfe gehen. Von ihrer Fibromyalgie spürt sie nichts mehr. „Man muss den festen Willen haben, gesund zu werden“, betont sie. „Dann kann man die Krankheit besiegen“.

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