Die fünf Säulen der Chinesischen Medizin bei Fibromyalgie

FMS-Patienten beim Qi Gong

Grundsätzlich basiert die Chinesische Medizin auf fünf Säulen. Die wichtigste ist die Arzneitherapie. Zudem spielen Qi Gong, Tuina-Massagen und die Ernährungslehre eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Therapie. Bei der Fibromyalgie kommt auch den therapeutischen Gesprächen eine besondere Bedeutung zuteil.

Therapeutische Gespräche
Zunächst geht es in den Gesprächen darum, Fibromyalgie-Patienten von selbsterzeugten Leistungsdruck und ihrem schlechtem Gewissen zu entlasten und ihnen zu helfen, ihre Leistungsunfähigkeit als krankheitsbedingt anzunehmen. Auch die unter der alternativen Therapie auftretenden teilweise heftigen Arzneireaktionen müssen besprochen werden. Zudem geben sie Patienten Hilfestellung in Bezug auf Lebensführung und Ernährungsverhalten.

Akupunktur
Akupunktur stimuliert in der alternativen Therapie grundsätzlich die Energiebahnen des Körpers. Bei Fibromyalgie-Patienten ist sie jedoch nicht immer möglich, weil diese oft unter einer massiven Berührungsempfindlichkeit leiden und auch das sanfte Einstechen einer dünnen Nadel Schmerzen verursacht. Besser eignen sich nichtinvasive Therapien. In der Klinik beobachten wir jedoch immer wieder, dass sich die Nadelempfindlichkeit im Laufe der Behandlung verflüchtigt und Akupunktur im späteren Verlauf zum Einsatz kommen kann.

Naturheilkundliche Körpertherapien
Um die Meridiane, also Energiebahnen, dennoch simulieren zu können, setzten wir in der Klinik bei Fibromyalgie manuelle Therapien ein. Dazu gehören Shiatsu, Tuina, Psychotonik und Qigong. Sie helfen dem Patienten zu lernen, auf Gefühle zu vertrauen und sie ernst zu nehmen. Zudem sorgen sie für eine bessere Vitalspannungen. Mit meditativen und gymnastischen Qi Gong Übungen stabilisieren wir Körperenergien und lösen Verspannungen.

Ernährung
Die Ernährung ergänzt die chinesische Arzneitherapie und wird ähnlich verstanden. Hier geht es darum mit entlastenden Lebensmittel die Entschlackung zu fördern und keine weitere Kälte anzusammeln z.B. durch kalt wirkende Lebensmittel wie Quark und Rohkost. Die Diätetik ist somit eine sehr wichtige Säule innerhalb der TCM Behandlung. Weiterhin treten Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten oft als begleitende Symptome bei der Fibromyalgie auf. Auch sie können Müdigkeit, Schmerzunahmen oder Magen-Darm-Probleme verursachen. Oftmals sind diese Unverträglichkeiten abhängig von der Verfassung des Betroffenen. Ist der Körper wie bei der Fibromyalgie mit einer generellen Überlastung der Schleimhautsysteme befasst, kann fast jedes Lebensmittel die Situation verschlimmern. Im Verlauf der Therapie verliert sich das Nahrungsmittelproblem in der Regel.


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