Behandlung mit Chinesischer Arznei (Phytotherapie der TCM)

Forenbeiträge einer Patienten mit Fibromyalgie

 

Es handelt sich um Beiträge, die eine Patientin unter dem Nickname "Lydia" im TCM-Forum veröffentlicht hat.

1) 24.4. und 7.5.2004

Hallo Sahra,
bei TCM wird mit speziellen, individuell auf den Patienten abgestimmten Kräuterabkochungen (sogenannten Dekokten) behandelt, die erstaunlich wirksam sind. Akupunktur unterstützt bei der TCM, hilft dem Körper beim Heilungsprozess. Als Fibro-Patient habe ich sehr positive Erfahrungen mit diesem Behandlungskonzept in der Klinik am Steigerwald gemacht. Ich brauche keine einschlägigen Medikamente mehr – die verordneten Dekokte trinke ich konsequent, kann meinem Beruf nachgehen und bin in Bezug auf den weiteren Behandlungserfolg optimistisch.

Hallo Lydia,
wie schön hier eine Antwort auf meine Anfrage zu finden! Was Du schreibst, klingt für mich recht interessant. Ich habe jedoch noch eine Frage. Du schreibst, dass Du vom Behandlungskonzept der Klinik sehr überzeugt bist. Ist es denn notwendig und wichtig, eine solche Behandlung stationär durchzuführen, oder geht das auch ambulant? Es ist ja wahrscheinlich nicht ganz billig. Ich wäre trotz allem bereit dazu, aber ich müsste das Gefühl haben, dass es wirklich wichtig für die Behandlung ist, dass ich dort für einige Wochen bin. Es wäre schön, wenn Du mir dazu noch Deine Eindrücke schildern könntest.
Danke
Sahra

Hallo Sahra,
nach meiner Erfahrung und der der Mitpatienten, die ich kennenlernte, ist es notwendig, den Einstieg in die TCM-Behandlung stationär durchzuführen, denn die Ärzte müssen ihren Patienten sehr genau kennenlernen, um ganz individuell behandeln zu können. Während des Aufenthaltes hat man täglich mindestens einen Termin beim behandelnden Arzt, der detailliert nachfragt, welche Reaktionen auf die Behandlung der Patient bemerkt, Zungen- und Pulsdiagnose durchführt, um dann gegebenenfalls die Rezeptur der Heilkräuterabkochungen anzupassen, die erforderliche Akupunktur vorzunehmen oder weitere oder andere Körpertherapien einzuleiten, etc. Denn es kann durchaus sein, dass der Körper erst einmal heftig auf die Behandlung reagiert, was aber – anders als bei schulmedizinischer Behandlung, die den Patienten nur schmerzfrei therapiert, egal was dieser sich dabei noch zusätzlich einhandelt – langfristig positiv zu bewerten ist. Die Möglichkeiten, diese eventuellen Reaktionen für den Patienten erträglich zu machen, sind in der Klinik sehr vielfältig. Man wird rund um die Uhr sehr intensiv betreut und wird vor allem absolut individuell behandelt, im wahrsten Sinn: gepflegt. Man ist also nicht die Fibromyalgie, sondern der einzelne Mensch in seiner Ganzheit, der an dieser Krankheit leidet. Diese lückenlose Betreuung ist sicherlich ambulant nicht möglich.
Außerdem trifft man zweimal wöchentlich das gesamte Ärzteteam bei gründlichen Visiten, nach denen dann alle Ärzte der Klinik das Krankheitsbild und die Behandlung besprechen. Somit sind alle Ärzte mit allen Patienten befasst. Ebenso eng ist die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Therapeuten. Der Patient hat während des Aufenthaltes "seine" Ansprechpartner, "seinen" Arzt und "seine" Therapeuten und wird nicht wie in anderen Kliniken je nach Dienstplan "durchgereicht".
Darüberhinaus begann ich in dieser Zeit noch etwas ganz Wichtiges zu lernen: Ich habe begonnen mich selbst nicht mehr als jemanden zu empfinden, der einen kranken Körper mit sich herumschleppt, der nur stört und nicht funktioniert, wie er es doch – bitte schön! – soll. Man wird langsam wieder ein Ganzes. Das tut gut!
Das heißt aber – um Himmels willen – nicht, dass man nur noch um die eigenen Wehwehchen rotiert! Das hat man vorher bei der Odyssee durch die verschiedensten Facharztpraxen zur Genüge getan.
Die Kosten eines Aufenthaltes im Zweibettzimmer sind, soweit ich weiß, nicht höher als sonstwo. Außerdem bietet die Klinik meines Wissens auch Hilfen bei Fragen die KV betreffend an. Am besten, Du informierst dich dazu unverbindlich direkt in der Klinik.
Habe ich dir ein wenig weitergeholfen? Würde mich freuen.
Lydia

2) 18.6.2005

Hallo Bud,
ich bin seit Februar 2004 in Behandlung, es geht mir weiterhin gut und ich vertrage die Dekokte gut, wie ein Blutcheck in März 05 bei meinem "schulmedizinischen" Hausarzt zeigte. Natürlich gab und gibt es Phasen, in denen ich die Kräutlein und deren Zubereitung wahrlich missen könnte – aber die sind kurz, und das geht wohl vielen so. Zusätzlich zur Behandlung habe ich meine Ernährung entsprechend angepasst, was mir auch bekommt.
Grüße Lydia

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