Das Krankheitsbild aus Sicht der Chinesischen Medizin (TCM)

Fibromyalgie

Diagnose und Therapie

Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie ist die umfassende Einsicht in die individuelle Krankheitskonstellation. Der Arzt wird deshalb mit einer Fülle von Fragen aufwarten, die weit über das rheumatologische Fachgebiet hinausgehen. Er muss wissen, wie der Schmerz genau beschaffen ist, wie sich die Symptomatik etwa mit den Jahreszeiten oder den psychischen Belastungen verändert.
Hauptthemen der Anamnese-Erhebung sind: Was das Gespräch mit dem Patienten zu Tage fördert, kann durch die Untersuchung von Puls und Zunge, einem Verfahren von erstaunlicher Aussagekraft, bestätigt, ergänzt und korrigiert werden.
Das Abwehrverhalten des Organismus gegenüber Infekten ist Leitmotiv der Analyse der Krankheitsentstehung - es bildet auch den roten Faden für die Therapie. Die chinesische Arzneitherapie steht dabei ganz im Zentrum. Mithilfe von Rezepturen aus pflanzlichen Stoffen, für den individuellen Fall zusammengestellt, werden entgleiste Immunregulationen korrigiert. Zunächst müssen als "Altlasten" zu bezeichnende Schlackenstoffe mobilisiert und ausgeleitet werden. Erste Erleichterung kann sich einstellen. In der nächsten Behandlungsphase geht es um das Aufspüren oft weit in der Vergangenheit liegender, unerledigter Infekte. Das kann dazu führen, dass der Patient nach Jahren plötzlich wieder eine akute Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Blasenentzündung entwickelt. Dieses Nachholen - eine Reaktualisierung - der alten Infekte sollte mit Hilfe chinesischer Akut-Rezepturen so gesteuert werden, dass die Erkältung nicht mehr nach innen geht, sondern zum Hebel wird, um den rheumatischen Prozess über die Schleimhäute zu eliminieren.
Alle anderen therapeutischen Maßnahmen sind um diese zentrale Therapie-Achse angesiedelt. Einen hohen Rang hat das therapeutische Gespräch. Es dient der Klärung der Krankheitsumstände und soll beim Patienten zum Verständnis für seine Lage sowohl wie für den Therapie-Verlauf beitragen und ihn zu anfallenden Korrekturen der Lebensführung und des Ernährungsverhaltens anleiten. Ein vielfältiges Angebot an "äußeren" Therapien hilft bei der unmittelbaren Symptomlinderung und unterstützt die Arzneitherapien. Akupunktur, Moxibustion, Schröpfen sind zu nennen, ferner Körpertherapien wie Shiatsu, Tuina, Psychotonik nach Glaser, Fuß-Reflexzonen-Behandlung. Solche Körpertherapien müssen die Akupunktur bei extremer Schmerzempfindlichkeit gänzlich ersetzen.
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