Das Krankheitsbild aus Sicht der Chinesischen Medizin (TCM)

Fibromyalgie

Krankheitsbild

Das Fibro-Myalgie-Syndrom (FMS) ist eine moderne Krankheit mit zunehmender Verbreitung. Die Schulmedizin tut sich mit Ursachenforschung, datengestützter Diagnoseerhebung und Behandlung der Krankheit schwer. Sie neigt dazu, die Krankheit als "psychosomatisch" einzustufen und den Patienten an den Psychiater weiterzuleiten. Die chinesische Medizin schließt nicht aus, dass psychische Krankheitsfaktoren im Spiel sind. Sie nimmt aber das direkte Krankheitsempfinden des Patienten ernst und betrachtet die Krankheit primär als somatische Störung. Sie bietet eine Erklärung für deren Entstehung. Ihr zufolge beruht die Krankheit auf Fehlentwicklungen der immunologischen Steuerung und beginnt meist mit nicht "erfolgreich" durchgestandenen Infekten.

Die Symptome und ihre Deutung

Die wichtigsten, dem FMS typischerweise zugeschriebenen Symptome sind: Zusätzlich finden wir bei FMS-Patienten:
Aus dieser Symptomatik gewinnt die chinesische Medizin ihr Verständnis der Krankheit. Das FMS stellt ein Musterbeispiel für steckengebliebene Infektverläufe dar. Typisch ist das immer wieder aufflackernde Erkältungsgefühl. Deutlicher als bei anderen rheumatischen Erkrankungen zeigt sich darin der Ursprung dieses Krankheitsprozesses.
Kinderkrankheiten, Infekte der Atemwege mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, braucht der Mensch in regelmäßigen Abständen als Immuntraining und als "Großreinemachen" der Schleimhäute und Körpergewebe. Sie verlaufen im "glücklichen" Fall nach einer bestimmten Folge von Phasen und hinterlassen ein Gefühl der Erfrischung und Regeneration.
Gemessen am Standardverlauf von Infekten tritt beim Fibromyalgie-Kranken der Abwehrvorgang in einem frühen Stadium auf der Stelle. Es stellt sich ein Erkältungsgefühl ein, aber der Erkältungsprozess bleibt in seinem Verlauf stecken, er schreitet nicht fort zu den Folgephasen mit Fieber; Schleimausleitung und Regeneration. Der Organismus befindet sich im Zustand der immunologischen Daueraktivierung. Er wird gezwungen, sich immer wieder in der erfolglosen Abwehr zu erschöpfen. Das kostet Kraft und führt zu einer gefährlichen Gewöhnung des Körpers an diese halbherzige Immunantwort. Da es zu keiner Ausleitung der entzündlichen Stoffe kommt, sammeln sich, an das Gewebe gebunden, entzündliche Altlasten an. Müdigkeit, Schmerzen und die übrigen Symptome sind die Folge.
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